Machinal ist ein expressionistisches Stück aus dem Jahr 1928 und wurde geschrieben von der amerikanischen Dramatikerin Sophie Treadwell. Es ist inspiriert von dem echten Fall von Ruth Brown Snyder, die am 12. Januar 1928 wegen Mordes durch den elektrischen Stuhl hingerichtet wurde.

In Machinal folgen die Zuschauer der Figur der “Young Woman”, einer sanften Frau die sich gefangen in einer emotional kalten und auf Leistung ausgerichteten Welt fühlt. In neun Episoden wird dargestellt, wie die “Young Woman” verzweifelt versucht, sich in diese Gesellschaft einzufügen und das zu tun, was von ihr erwartet wird, jedoch immer wieder dabei scheitert. Unterdrückt von ihrer Mutter und ihrem Ehemann flieht sie sich schließlich in eine Affäre mit einem mysteriösen Fremden, durch den sie zum ersten Mal wirkliche Lebensfreude fühlt. Doch die Situation gerät außer Kontrolle und die Maschine der Gesellschaft droht die “Young Woman” endgültig zu zermalmen.

Obwohl Machinal nun schon bald 100 Jahre alt ist, ist es immer noch erschreckend aktuell in seiner Darstellung von Depression, Burnout, den unrealistischen gesellschaftlichen Standards, unter denen Frauen zu leiden haben, und den Gefahren einer vollkommen auf Profitgier ausgerichteten Welt. Für die “Young Woman” ist es unmöglich, in der mechanisierten und kalten Welt der Moderne zu leben, was sich im Stück besonders in den Dialogen widerspiegelt, die selten flüssig sind, sondern immer wieder entweder durch fast schon mechanisch redende Menschen unterbrochen werden oder durch die lauten Geräusche der Maschinen selbst.

Insgesamt spielen 13 Student*innen Rollen in diesem anspruchsvollen Theaterstück. James Fisk, Dozent im Fachbereich Amerikanistik, führt zum wiederholten Male Regie und bringt seine mehrjährige Schauspielerfahrung zum vollen Einsatz, um die Studenten kreativ zu unterstützen. Die kreative Umsetzung des Stückes durch Kostüme, Setdesign und Technik wird von Student*innen des Fachbereich 10 übernommen.