Was geschieht, wenn man Jeanne D’Arc, Amelia Earhart und Gertrude Stein mit vier weiteren berühmten Frauen in einen Raum bringt? Die Frage mag absurd klingen – die Antwort wirkt es zunächst auch. Denn in Arthur Kopits Stück Chamber Music befindet sich besagter Raum in einer Nervenheilanstalt– und ob die Frau in der Rüstung („das Kreuz war mit dabei!“) dann wirklich Jeanne D’Arc ist, darf wohl bezweifelt werden. Zweifelhaft ist aber auch die Institution, die die Frauen zusammenbringt, und zulässt, vielleicht sogar forciert, dass sie sich immer tiefer in eine gewähnte tödliche Gefahr hineinsteigern – bis zur fatalen Eskalation. Die Absurdität der Situation verleiht dem Stück dabei sowohl Witz als auch Tragik; wer hier am Ende verrückt ist, bleibt offen.

Auch Nobelpreisträger Harold Pinter deckt in The Dumb Waiter schonungslos die Absurdität menschlicher Kommunikation auf – ob zwischen den Protagonisten oder seitens des Unbekannten, der ihnen von abseits der Bühne scheinbar sinnlose Nachrichten sendet. Die Handlung des Stücks, das seine Uraufführung in Frankfurt hatte, ist einfach erklärt: Zwei Auftragskiller warten auf ihr nächstes Opfer. Doch das Warten zieht sich hin und die Spannung im Raum wird beinahe greifbar. Der Auftraggeber ist der ungesehene Dritte – der Einzige, der die Macht hat, die Spannung aufzulösen und es dann auf gänzlich unerwartete Weise tut.

Mit den beiden Einaktern meldet sich die Chaincourt Theatre Company auf ihrer Heimatbühne an der Goethe-Universität zurück. Die seit den fünfziger Jahren bestehende Theatergruppe des Instituts für England- und Amerikastudien musste zuletzt aufgrund der Covid-19-Pandemie pausieren. Inszeniert werden die Stücke vom langjährigen künstlerischen Direktors James Fisk, Dozent in der Amerikanistik. Die Hauptrollen auf und hinter der Bühne übernehmen Studierende des Fachbereichs. Beide Werke werden in der Originalsprache Englisch aufgeführt.